Nov. 2016


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IT in financial and non-financial reporting
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Intro

Die Stimme des Kapitalmarkts

Die Berichterstattung von Unternehmen wird immer aufwändiger, komplexer, umfangreicher – aber auch relevanter? Online oder Print, integriert oder ­getrennt, finanziell oder nichtfinanziell, komprimiert oder umfassend – die Entscheidungen, die Unternehmen strategisch und konzeptionell zu treffen ­haben, sind nicht wenige. Die Frage jedoch ist: Was will der Kapitalmarkt als die wesentliche Zielgruppe der Unternehmensberichterstattung? Die Anforderungen von Analysten und Investoren gleichen einer Black Box – jedenfalls aus Unternehmenssicht. Die vorliegende Ausgabe von «The Reporting Times» will «Licht ins Dunkel» bringen.

Editorial

Kapitalmarkt muss seine Stimme wahrnehmen

Martin Spieler

Wie das Volk in der direkten Demokratie Einfluss nimmt auf die Politik, kann der Kapitalmarkt seine Interessen gegenüber den Unternehmen aktiv einbringen. Der Kapitalmarkt verschafft den Investoren die nötige Macht. Deshalb ist es für die Gesellschaften essenziell, dass sie genau wissen, welches die Bedürfnisse des Kapitalmarkts sind. Antworten darauf erhalten Sie in dieser Ausgabe. «Investoren wünschen sich eine offene und transparente Kommunikation und möglichst wenig Überraschungen», sagt Professor Thomas A. Gutzwiller, VR-Präsident der an der Schweizer Börse kotierten St. Galler Kantonalbank, in unserem Interview ab Seite 2. Eine offene und transparente Kommunikation – ein auf Realitäten basierendes Reporting sind denn auch die Grundlagen für das Investorenvertrauen, das Voraussetzung für jeden Anlageentscheid ist. Mitbeeinflusst wird der Kapitalmarkt zunehmend von einer Vielzahl von Stakeholdern. Darum werden von Unternehmen immer öfter nicht nur reine Finanzparameter, sondern auch Umwelt-, Sozial- und Corporate- Governance-Kriterien berücksichtigt und von den Investoren in den Anlageprozess integriert, wie Dominique Biedermann, Präsident des Stiftungsrats von Ethos, in seinem Beitrag auf Seite 8 zeigt. Ihre Wirkung steigern können Investoren, wenn sie nicht nur über die Füsse abstimmen und Titel an der Börse verkaufen, wenn sie mit der Governance eines Unternehmens unzufrieden sind, sondern ihre Aktionärsrechte aktiv ausüben. Indem sie Einfluss nehmen, stärken sie das Unternehmen und erhöhen die Chancen für eine attraktivere Bewertung ihres Investments. Gerade institutionelle Investoren sind dies ihren Kapitalgebern gegenüber schuldig.