Ste­fan NünlisT

Seit Herb­st 2013 ist Ste­fan Nün­list Chief Com­mu­ni­ca­tions Offi­cer der Swiss­com AG und ver­ant­wortet in dieser Funk­tion die Öffentlichkeit­sar­beit, die interne Kom­mu­nika­tion, Marken­führung, Pub­lic Affairs und Cor­po­rate Responsibility.

Juni 2017


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Ses­sion pow­ered by MDD
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Der Report­ing­prozess im Zeital­ter der Dig­i­tal­isierung
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Welche Opti­mierun­gen sind nötig, um die Qual­ität sämtlich­er Pub­lika­tio­nen auch 2025 zu gewährleis­ten? Welche Struk­turen und Prozesse ermöglichen den erfol­gre­ichen Umgang mit big data und Cyber-Krim­i­nal­ität? Ste­fan Nün­list gibt in der Best Prac­tice Ses­sion «Der Report­ing-Prozess im Zeital­ter der Dig­i­tal­isierung» am GB-Sym­po­sium 2017 Ein­blicke in den heuti­gen und kün­fti­gen dig­i­tal­en Swiss­com-Report­ing-Prozess und dessen Innovationen.

Prozess­man­age­ment – Ein­blicke von Swisscom 

Der Reportingprozess
im Zeitalter der Digitalisierung

Von Kristin Köhler

Dig­i­tal­isierung ist Teil der Unternehmens-DNA des führen­den Schweiz­er Telekom­mu­nika­tion­san­bi­eters Swiss­com – auch im Report­ing. Swiss­com opti­miert mit­tels dig­i­taler Inno­va­tio­nen nicht nur Kun­den­er­leb­nisse, son­dern will auch im Report­ing intern Prozesse effizien­ter und sicher­er gestal­ten, extern die Berichter­stat­tung noch stärk­er auf die Bedürfnisse der ver­schiede­nen Stake­hold­er anpassen. Kristin Köh­ler im Inter­view mit Ste­fan Nünlist.

Sie pub­lizieren heute den Geschäfts- und Nach­haltigkeits-bericht gle­ichzeit­ig. Wür­den Sie von einem Inte­grat­ed-Report­ing-Prozess by Swiss­com sprechen?

Sagen wir es so: Der Prozess für die Erstel­lung der ver­schiede­nen Ele­mente der Unternehmens­berichter­stat­tung ist inte­gri­ert. Das heisst, wir haben diesel­ben Zeit­pläne, Erstel­lungs-, Clear­ing- und Freiga­be­prozesse, ein gemein­sames Pro­jek­t­team und arbeit­en eng abges­timmt mit densel­ben Botschaften, Grund­la­gen­doku­menten, Word­ings usw. Eine zeit­gle­iche Pub­lika­tion des Geschäfts­berichts und des Nach­haltigkeits­berichts im Rah­men der Jahresab­schlusskom­mu­nika­tion scheint uns denn auch wichtig – ganz im Sinne ein­er inte­gri­erten, auf die Infor­ma­tions­bedürfnisse der ver­schiede­nen Anspruchs­grup­pen aus­gerichteten Berichter­stat­tung. Wir wer­den aber auch in Zukun­ft einen sep­a­rat­en Nach­haltigkeits­bericht erstellen. Denn der Geschäfts­bericht ist primär auf Inve­storen aus­gerichtet, während sich der Nach­haltigkeits­bericht an ver­schiedene Stake­hold­er-Grup­pen richtet. Bei der Aus­gestal­tung des Lage­berichts wiederum haben wir uns an ver­schiedene Prinzip­i­en und Inhalt­se­le­mente des Inter­na­tion­al Inte­grat­ed Report­ing Frame­work angelehnt. Wir wer­den diesen und andere Teile des Geschäfts­berichts im laufend­en Jahr über­ar­beit­en. Dies mit dem Ziel, den Bericht zu kürzen und die Rel­e­vanz für die Leser weit­er zu steigern. Dabei wer­den wir wo sin­nvoll auch die Grund­sätze des Inte­grat­ed Report­ing Frame­work beachten.

Inwiefern hat sich der Report­ing-Prozess in den let­zten Jahren bei Swiss­com verän­dert? Welche Rolle spielt dabei Digitalisierung?

Wir haben den Prozess für den Onlinebericht sukzes­sive vere­in­facht und wo immer möglich automa­tisiert. Der Prozess läuft nun seit drei Jahren rel­a­tiv sta­bil. Vorher waren die ein­heitliche Tak­t­ge­bung und Har­mon­isierung nicht gegeben. In der aktuellen Berichter­stat­tung hat­ten wir nun erst­mals eine vere­in­heitlichte Tax­onomie und eine zen­trale Daten­bank der wichtig­sten KPIs und Zahlen. Damit kön­nen wir sich­er­stellen, dass sämtliche Anpas­sun­gen in allen ver­link­ten Doku­menten automa­tisch über­nom­men wer­den und kein­er müh­samen manuellen Anpas­sung mehr bedürfen.

Was ist der Vorteil ein­er Dig­i­tal­isierung des Reporting-Prozesses?

Die Dig­i­tal­isierung bringt im Wesentlichen drei Vorteile: Vere­in­fachung, Geschwindigkeit, weniger Fehler. Und sie erlaubt es uns, genauer zu analysieren, welche Online-Inhalte beispiel­sweise inter­essieren, und daraus Rückschlüsse für die näch­ste Berichter­stat­tung zu ziehen.

Welche neuen Her­aus­forderun­gen gehen jedoch auch von ein­er stärk­eren Dig­i­tal­isierung aus, Stich­worte big data und Cyber-Kriminalität?

Die Dig­i­tal­isierung schafft neue Angriffsvek­toren, indem immer mehr Prozesse im Inter­net stat­tfind­en und immer mehr Dinge in das World Wide Web einge­bun­den wer­den. Die IT-Secu­ri­ty ist hier gefordert, einen möglichst effizien­ten Schutz gegen alltägliche Bedro­hun­gen sich­er­stellen zu kön­nen und mit inno­v­a­tiv­en Vertei­di­gungskonzepten den gefährlich­sten Angreifern einen Schritt voraus zu sein. Bei big data ist die Her­aus­forderung, das Sekundär­pro­dukt der Dig­i­tal­isierung – näm­lich die bei den Transak­tio­nen anfal­l­en­den Dat­en – ein­er sin­nvollen Nutzung zuzuführen. Swiss­com tut dies mit den entsprechen­den Skills und in Ver­ant­wor­tung gegenüber der Gesellschaft zur Opti­mierung der eige­nen Geschäft­sprozesse, zur verbesserten Kun­de­nansprache und bei Lösun­gen für Dritte.

Sind Sie mit dem heuti­gen Prozess am Ziel? Welche Opti­mierun­gen streben Sie an, um die Prozess­ef­fizienz und -sicher­heit sowie die Qual­ität sämtlich­er Swiss­com-Pub­lika­tio­nen auch 2025 zu gewährleisten?

Kon­stante Verbesserung, man ist nie am Ziel. Der näch­ste Schritt wird es sein, die Automa­tisierung weit­er voranzutreiben: Vor allem im Inter­net­bere­ich wollen wir die Syn­ergien zwis­chen Online-Geschäfts­bericht und Cor­po­rate Web­site noch bess­er nutzen. Gle­ichzeit­ig gehen wir davon aus, dass es zu ein­er Ver­schiebung der Inhalte zugun­sten von Online kom­men wird und wir nicht mehr alles redun­dant darstellen, son­dern die Vorteile, die sich dank Cross­Me­dia bieten, noch bess­er nutzen wer­den. Zum Beispiel, indem wir bei «Swiss­com in Kürze» online aus­gewählte The­men aus dem Print­pro­dukt ver­tiefen. Natür­lich wird sich bis 2025 auch die Tech­nolo­gie weit­er­en­twick­eln und wir wer­den uns mit dem damit ver­bun­de­nen Opti­mierungspoten­zial laufend auseinandersetzen.